Eblocker ist ein kleines Gerät, das im Heimnetzwerk angeschlossen wird. Es filtert und anonymisiert das Online-Verhalten und verhindert, dass Nutzerprofile erstellt werden können. Werbebanner verschwinden, die IP-Adresse kann auf Wunsch ebenfalls unsichtbar geschaltet werden. Eblocker wird ständig aktualisiert und schützt die Privatsphäre aller Nutzer im Heimnetzwerk.

Trackingschutz kann man einrichten. Diese Aufgabe fällt aber auch jedem Gerät an, das man in Gebrauch hat. Das sind mittlerweile eine ganze Menge. Und manchmal, etwa am Arbeitsplatz oder dem Smart-TV, kann man vielliecht garnichts einrichten. Dann müssen zentrale Lösungen her, die sich zwischen die Geräte und das Internet schieben. Davon gibt es mehrere Lösungen, sei es ein VPN, ein Proxy oder eine Box wie der Eblocker.

Trackingschutz made in Germany

Wer steckt hinter Eblocker? Die Firma Eblocker sitzt in Hamburg. Ihr Gründer Christian Bennefeld hat selbst vor vielen Jahren die Firma Etracker gegründet und war lange Jahre ihr Geschäftsführer. Er kennt sich also in der Branche aus. Deshalb, so hat er mir einmal in einem Gespräch erklärt, stehen ihm auch die Haare zu Berge, wenn er sieht, was die großen internationalen Werbevermarkter alles so treiben, ohne sich dazu zu bekennen. Grund genug, ein Anti-Tracking-Werkzeug zu entwickeln.

Das sei schließlich legal, betont Eblocker auch auf seiner Webseite: “Jeder hat das Recht, der Speicherung seiner Profildaten zu widersprechen. In Deutschland ist das Widerspruchsrecht im Telemediengesetz §15.3 festgeschrieben. Ein ähnliches Widerspruchsrecht gilt europaweit. Selbst in den USA wird der Begriff „Privacy“ als „Recht alleine gelassen zu werden“ definiert, welches ein Widerspruchsrecht an der Sammlung Ihrer Profildaten impliziert. Eblocker setzt Ihr Widerspruchsrecht automatisch für sämtliche Websites um. Es ist also Ihr gutes Recht, den Eblocker zu benutzen.”

Kleine Kiste mit großer Wirkung

eBlocker ist ein Einplatinenrechner in ansprechender Verpackung

Eblocker wird in zwei Varianten angeboten: Eblocker Pro und Eblocker Family. Beide Varianten bauen auf dieselbe technische Architektur auf und unterscheiden sich nicht in der Hardware. Man kauft ein Hardwaregerät, das derzeit, zumindest machen die Fotos auf mich den Eindruck, auf einem Banana Pi basieren.

Der Hersteller schreibt, dass sowohl Eblocker Pro als auch Eblocker Family das Surfverhalten vollständig anonymisieren. Dazu gehört das Blockieren von Tracking- und Werbedienstleistern, IP-Anonymisierung, Unterstützung aller Geräte im Heimnetz, Browser und Apps mittels Plug & Play ebenso wie individuelle Einstellungen für jedes Gerät. Eblocker Family ist zusätzlich mehrbenutzerfähig, sodass jedes Mitglied im Haushalt seine persönlichen Einstellungen hinterlegen kann, und bietet zusätzlich Jugendschutz-Einstellungen, das den Abruf von nicht kindgerechten Inhalten verhindert.

Eblocker arbeitet mit Filterlisten, die regelmäßig (täglich) aktualisiert werden. Dieser Service ist im Kaufpreis für ein Jahr enthalten. Danach muss man ein Abo für einen Update-Service abschließen.

Eblocker gratis testen und betreiben

Eblocker bietet auf seiner Webseite auch die aktuelle EblockerOS-Version inklusive der neuesten Filterlisten zum kostenlosen Download an. Diese Version funktioniert wunderbar, hat aber ein paar Einschränkungen, die den Komfort auf Dauer reduzieren. Hauptsächliche Einschränkung ist, das die Filterlisten nicht aktualisiert werden. Das schränkt die Funktion natürlich ziemlich schnell ein, denn die Trackingfirmen ändern ihre Serveradressen und -skripte laufend, teilweise sogar automatisch. Dennoch kann man mit dieser Version den Eblocker in Ruhe ausprobieren.

Wenn man sich mit einer aktuellen E-Mail-Adresse registriert, erhält man den Lizenzschlüssel für eine kostenlose 30 Tage Eblocker Pro Update-Test-Lizenz. Danach muss man jedoch für ein Update kaufen, sonst blockiert die laufende Version. Das macht jedoch nichts, denn man kann ja wieder die “Do-it-yourself”-Variante einspielen.

Eblocker selbst einrichten

eBlocker verwaltet alle Geräte getrennt

Dazu braucht man einen Raspberry Pi oder Banana Pi. Man lädt sich das Image der Software herunter und schreibt sie auf einen Speicher. Wie das gaht, wird auf der Webseite genau beschrieben. Anschließend steckt man den *Pi ins Heimnetz und startet ihn.

Die Bedienung der verschiedenen Versionen ist weitgehend gleich. Nachdem man den Eblocker im Heimnetzwerk angeschlossen hat, dauert es circa fünf Minuten, bis er sich integriert hat. Das funktioniert so, dass er via ARP-Spoofing alle Datenpakete, die eigentlich ins Internet adressiert werden, automatisch auf den Eblocker umgelenkt werden. Im Gegensatz zu einem Proxy, den man manuell einrichten und damit auch umgehen könnte, drängelt sich ARP-Spoofing in die Routingtabellen der Netzwerkprotokolle.

Einfache Bedienung

Die Bedienung des Eblocker ist einfach und übersichtlich gestaltet. Man kann wirklich viel einstellen, muss es aber nicht. Wichtig ist, auch die Filterung von verschlüsselten Webseiten (SSL) zu aktivieren, denn da die meisten Seiten mittlerweile über diesen Kanal versandt werden (und abgerufen werden sollten), macht dies natürlich Sinn.

Viele Einstellungen können für jedes Gerät im Netzwerk gesondert festgelegt werden. Das hilft bei Geräten, die besondere Aufgaben haben (wie Spielerechner) oder auf besondere Personen oder Gruppen festgelegt werden sollen (Kinder). Sogar den Zugang zum Tor-Netzwerk kann man einrichten, falls dies gewünscht ist.

Eblocker soll seine Aufgabe, vor Tracking zu schützen, ohne viel Ramtam ausführen. Das tut er gut. Wer dann noch weitere Einstellungen vornehmen will, kann dies tun, muss aber nicht. Aber Sicherheit hat auch ihren Preis.

 

  • Pro: Schützt vor Tracking und Werbebanner, verhindert Nutzerprofile, Hardwarelösung, umfassender Schutz, komfortabel, für Laien gut zu bedienen, ARP-Spoofing
  • Contra: Closed Source, Abo für den Update-Service nötig, teuer

 

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