Glaube niemand, auch nicht deinem “Freund und Helfer”. Diese Traurige Erkenntnis musste der Verein “Digitalcourage” mal wieder machen. Er untersuchte den Chip, der für den Gesichtserkennungs-Test der Bundespolizei an die Testpersonen ausgegeben wurde.

Seit Anfang August sind am Berliner Südkreuz Video-Überwachungs-Systeme installiert, die für ein Pilotprojekt  der Bundespolizei Gesichter erfassen und erkennen sollen.
Der Verein “Digitalcourage” hat jetzt einen Chip ausgewertet, den die freiwilligen Testpersonen mit sich tragen. Die Untersuchung des Chips zeigt laut dem Verein, dass weit mehr Daten erfasst werden als mit den Testpersonen vorab vereinbart.

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Auch Mitarbeitende werden täglich mehrmals erfasst und können de fakto nicht einmal die scheinbaren Ausweichmöglichkeiten nutzen.
Lizenz: padeluun | Digitalcourage e.V. (Creative Commons License Licensed under Creative Commons CC-BY.)

Der Verein schreibt auf seiner Webseite: “Angekündigt für das Projekt war ein Chip im Kreditkartenformat – anscheinend hat die Bundespolizei erwartet, ein RFID-Chip sei für ihre Pläne ausreichend. Falsch gedacht. Den Teilnehmerinnen wurde in Wirklichkeit ein iBeacon untergeschoben – ein aktiv sendender Bluetooth-Transponder, mit 20 Metern Reichweite, der Daten wie Temperatur, Neigung und Beschleunigung messen, speichern und weitergeben kann. Damit lässt sich herleiten, was Personen außerhalb des Bahnhofs gemacht haben. Diese Daten können mit einer App aus Googles PlayStore ausgelesen werden”

Das ist natürlich extrem peinlich für die Bundespolizei und das weisungsgebende Bundesinnenministerium. Hätten die sich aber auch vorher überlegen können. Ist ja schließlich nur ein Test.
Der zugehörige Lehrsatz dazu heißt “Lügen haben kurze Beine!”

Auf Deutschlandfunk habe ich dazu einen schönen Audio-Beitrag gefunden.