Silence verschlüsselt SMS und MMS mit der bewährten Technik des Messengers Signal. Endlich können Telefonprovider und Nachrichtendienste diese Form der Kurznachricht nicht mehr mitlesen.

SMS ist nach wie vor eine sehr weit verbreitete und ausnehmend parktische Form, sich kurze Mitteilungen zu senden. Denn überall dort, wo die Netzabdeckung mit Datennetzen schlecht bis unbrauchbar ist (soll in Deutschland und in weiten Teilen Afrikas im ländlichen Raum noch gang und gäbe sein), können SMS noch gut verwendet werden.

SMS ist praktisch, aber unsicher

Diese Technik krankt seit zwanzig Jahren daran, dass die Informationen unverschlüsselt übertragen werden. Der Vorteil ist hingegen, dass diese Datenschnipsel im Header der Telefonvermittlung nur bei den Providern auflaufen, die im der Vermittlung beschäftigt sind. Es sind keinerlei weitere Server oder Internetdienste zwischengeschaltet. Leider hatten sich diese aber angewöhnt, die Daten vollständig aufzuzeichnen und gerne auch an Nachrichtendienste weiter zu geben.

Es ist also höchste Zeit, dass diese Datenhappen Ende-zu-Ende-verschlüsselt werden. Das ist auf Smartphones auch gar nicht so schwer, denn entweder man kopiert verschlüsselte Textbrocken in die Message-App oder betraut diese gleich ganz damit, die Daten zu verschlüsselt. Das machte vor ein paar Jahren die App Textsecure, die sich nicht mehr um das Thema SMS kümmert. Textsecure ist der Messagingvorläufer von Signal. Er konnte eigene, verschlüsselte Textnachtrichten versenden mit einem sicheren Algorithmus auf Basis des Axolotl-Protokolls, konnte bis zur Version 2.6.0 sogar SMS verschlüsseln und sogar Gruppen verwalten.

Silence verschlüsselt SMS

Dank Open Source kann der Quellcode aber weiter verwendet werden und ist in die App Silence eingeflossen. Silence ist eine Weiterentwicklung des Textmessengers Textsecure.

Die Nachfolge tritt also Silence an. Silence (das früher SMSSecure hieß) ist ein vollständiger Ersatz der SMs-Applikation. Alle Nachrichten werden lokal verschlüsselt und von anderen Silence-Apps problemlos entschlüsselt.

Damit ist aber auch schon das Problem beschrieben: Alle Teilnehmer müssen die App benutzen, damit sie keinen Datensalat vorgesetzt bekommen. Und leider sind alte Tastenhandys und iPhones aussen vor. MAn muss auch dazu sagen, dass es in der Vergangenheit verschiedene Bedenken gab, warum SMS nicht die beste Möglichkeit ist, verschlüsselte Kommunikation zu betreiben. Diese kann man im Blogbeitrag von Moxie Marlinspike auf whispersystems nachlesen.

 

  • Pro: Ende-zu-Ende-verschlüsselt, OTR, Text-Messages, Axolotl-Protokoll
  • Contra: kein iPhone, Daten-Overhead

 

Link: