OpenMediaVault bietet jede Menge Speicherplatz und weitere Dienste im lokalen Netzwerk, sodass man seine persönlichen Daten nicht an undurchsichtige Clouddienste verliert.

OpenMediaVault (OMV) ist eine NAS-Software auf OpenSource-Basis. NAS bedeutet “Network Attached Storage”, also ein lokaler Datenspeicher im Heimnetzwerk. Diesen Dienst bringt heute schon jeder zweite Router mit, aber OMV erweitert den Dienst um zahlreiche Zusatzeigenschaften. Die Server-Software läuft auf handelsüblichen Rechnern mit Intel- und AMD-Prozessoren und sogar auf sparsamen und kostengünstigen Einplatinen-Rechnern wie dem Raspberry Pi. Man kann also ganz klein anfangen, und wenn sich ein wachsender Bedarf abzeichnet, läßt sich auf ein größeres, leistungsstärkeres System umsteigen. Der Speicherplatz wächst mit und kann sogar als Software-RAID-System gegen Datenverluste abgesichert werden. OMV ist also eine einfache Ergänzung, wenn das Heimnetz immer mehr Geräte versorgen muss.

Anwendungsgebiet – OpenMedia Vault eignet sich besonders im Heimbereich

Wenn der Router im Heim- oder Small-Home-Office-Netzwerk bereits über eine Speichermöglichkeit verfügt, ist die Frage erlaubt, warum man sich noch einen NAS aufstellen soll. Schließlich erzeugt dieser zusätzlichen Wartungsaufwand, Kosten und Sicherheitsrisiken. Im Gegenzug dazu bekommt man jedoch einen sehr modularen und performanten Netzwerkspeicher. Er versteht alle gängigen Protokolle und kann im Netzwerk viele Dienste übernehmen, für die ein Router nicht gebaut ist. Das sind regelmäßige Datensicherungs-Dienste der angeschlossenen Rechner oder ein Benutzer- und Rechte-Management. Sogar ein Mediaserver ist bereits integriert.

Protokolle – OMV kann sie alle: FTP, SFTP, SSH, AFS, SMB und CIFS

OMV basiert auf Debian Linux. Mit diesem Standard-Linux, auf dem auch Ubuntu oder Mint und vielen anderen Distributionen laufen, kann man sicher gehen, dass man zuverlässig mit Updates und Sicherheitspatches versorgt wird. Andererseits versteht OMV damit auch alle Netzwerkprotokolle, die in gängigen Netzwerken eine Rolle spielen und die im Haushalt eingesetzten Geräte verwenden. Es unterstützt die Standards FTP, SFTP, SSH, AFS, SMB und CIFS.

Einrichtung und Verwaltung über eine Weboberfläche – oder auf der Kommandozeile

Viele Dienste sind schön, wenn man sie auch angenehmen administrieren kann. Dafür bietet OMV eine Weboberfläche, die sauber gegliedert alle Einstellungen der verschiedenen Dienste erlaubt. Hardware-Einstellungen, Zugriffsrechte, Systeminformationen, Dienste und Services, Plug-ins und Erweiterungen – alles hat seinen Platz in dieser Oberfläche. Für den, der seine Einstellungen aber lieber über die Console vornimmt, ist auch dieser Weg möglich.

Erweiterung – Plug-ins für viele weitere Zwecke

OMV ist als offenes System konzipiert. Über den reinen Datenspeicher hinaus kann es Dienste verwalten, die als Erweiterung dazu installiert werden. Sie können diverse zusätzliche Protokolle und Standards installieren, um so Ihr NAS zu erweitern.
Das kann ein DAAP Media Server sein oder ein Virenscanner, ein automatischer Airplay-Server oder ein USB-Autobackup-System. Den Möglichkeiten sind eigentlich keine Grenzen gesetzt – Hauptsache, jemand programmiert den Dienst.

Fazit

OMV ist eine sehr flexible und vielseitig einsetzbare Server-Software auf der Basis einer Standard-Distribution. Es deckt zahlreiche praktische Dienste im Heim- und SOHO-Netzwerk ab. Was fehlt, kann jederzeit durch eine Erweiterung ergänzt werden. OMV wird federführend von Volker Theile entwickelt.

  • Pro: OMV bringt mit wenig Aufwand eine Cloud in das Heimnetzwerk.
  • Contra: Für seine Zwecke fast schon etwas überfrachtet.

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