Ohne Suchmaschinen ist das world wide web nicht mehr vorstellbar. Wie soll man noch eine Webseite finden, wenn nicht Google, Bing und die anderen großen Suchmaschinen den Link dazu auflisten? Yacy kann es, ganz ohne big player.

So bequem dieser Weg auch ist, heißt das aber im Umkehrschluss: Was in den Suchportalen nicht (oder nur auf den hinteren Seiten) aufgelistet wird, gibt es für den normalen Benutzer nicht. Denn mal Hand auf’s Herz: Blättern Sie in den Suchergebnissen weiter als bis zum Ende der ersten Seite?

YaCy führt Suchergebnisse seiner Anwender zusammen. ((c) YaCy, GPL 2)

Damit verfügen Suchmaschinen über eine ungeheure Macht. Webseitenbetreiber, die genug bezahlen, werden auf den vorderen Plätzen gelistet. Oder, wie in China (aber nicht nur dort), werden Webseiten gar nicht auf den Suchseiten angezeigt, wenn sie den politischen Kräften nicht gefallen. Die Folge ist, dass Webseiten, die nicht erwünscht sind, ganz einfach unsichtbar geschaltet werden. So läßt sich Information und Wahrheit auf einfache Weise steuern.

Peer-to-peer-Suchmaschine Yacy

Der Nutzer stellt bei YaCy ein, wo er suchen will und was er teilt. ((c) YaCy, GPL 2)

Das es auch anders geht, zeigt die Peer-to-peer-Suchmaschine Yacy. Yacy wird extra nicht von einem Großkonzern betrieben, der von staatlichen oder kommerziellen Interessen gesteuert werden kann, sondern von allen Benutzern selbst. Der Clou: Die Suchmaschine läuft verteilt auf vielen tausenden Rechnern der Anwender.

Die freie Suchmaschinensoftware YaCy ist eine Suchmaschine, bei der die Nutzer selbst zum Betreiber werden. YaCy läuft nicht auf einem Server im Internet, sondern auf dem lokalen Rechner des Benutzers. Sie errichten Ihr persönliches Suchportal, bei dem nur Sie bestimmen, was die Suchmaschine im Suchindex hat.

YaCy funktioniert wie die lokale Suche, nur dass es nicht Ihre persönlichen Dokumente anfasst, sondern Ihre Websuche indexiert. Die Besonderheit von YaCy ist aber, dass es sich mit den anderen Benutzern, die ebenfalls eine YaCy Suchmaschine betreiben, verbinden kann. So entsteht ein vollständig dezentrales Peer-to-Peer Suchmaschinennetz, welches mit der Anzahl der Nutzer immer größer wird.

So sieht Suche als Peer-2-Peer-Anwendung aus. ((c) YaCy, GPL 2)

Diese, von der Gemeinschaft der Nutzer betriebene Suchmaschine ist nicht zensierbar und speichert auch kein Nutzerverhalten an zentraler Stelle.

Suchergebnisse werden dann untereinander geteilt

Die aus dem Internet zusammengetragenen Suchergebnisse werden dann untereinander geteilt. So entsteht eine Crowd-Suchmaschine, die von keiner Institution der Welt gestoppt werden kann.

Das Erreichen von Informationsfreiheit durch freie, dezentrale Suchsoftware ist auch ein Projektziel, sagt der Erfinder Michael Christen. Ich habe mir für einen Radiobeitrag vom Erfinder und Entwickler Michael Christen erklären lassen, was Yacy ist und wie es sich von den anderen Suchmaschinen unterscheidet.

YaCy ist lizensiert unter der GNU General Public License, Version 2

 

  • Pro: keine zentralen Server oder Speicher, nicht von einzelnen Institutionen einschränkbar oder kontrollierbar, ausfallsicher, schützt die Privatsphäre
  • Contra: abhängig von der Anzahl der Benutzer

 

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