Webseitensuche, ohne dabei beobachtet zu werden, geht nicht mit den großen Playern im Markt. MetaGer, betrieben vom Verein SUMA-EV aus Hannover, macht das seit vielen Jahren anders. Laut Eigenbeschreibung ist MetaGer “mehr als eine Suchmaschine: unabhängig, transparent, demokratisch, quellcode-offen, datensicher, privatsphären-geschützt”

Ohne Suchmaschinen geht im Internet garnichts. Aber leider erstellen die großen Suchmaschinen umfangreiche Persönlichkeitsprofile von den Nutzern. Das regt viele auf und trotzdem landen sie oft wieder bei den üblichen Verdächtigen.

Dabei gibt es Alternativen, die ich hier im Blog der Reihe nach vorstellen will. Anfangen will ich mit MetaGer, einer deutschen Suchmaschine (Daraus leitet sich eine wichtige Frage ab: Warum sollen Suchmaschinen eigentlich immer aus den USA stammen. Vor allem, da diese Suchmaschinen nach dem Patriot Act und US-Recht dem vollen Zugriff der dortigen Behörden unterliegen).

Metasuchmaschine nutzt andere Suchmaschinen

Klar hat die Sache mit einer Suchmaschine immer einen Haken. Sie muss, um relevante Suchergebnisse zu erreichen, ja immer einen großen Teil des Internets durchforsten, archivieren und indexieren. Dazu braucht man Kapazitäten und die kosten viel Geld.

Alternativ dazu kann man andere Suchmaschine anzapfen und deren Ergebnisse abgleichen, mischen und miteinander verschneiden. Das nennt sich dann Metasuchmaschine. Von dieser Art ist MetaGer. Sie leitet die Suchanfragen der Nutzer an verschiedene Suchmaschinen weiter und stellt die Ergebnisse dann einheitlich dar.

Das allein würde aber noch nicht viel bringen. Denn Datenschutz entsteht ja erst, wenn die Anfragen und deren anschließende Nutzung nicht auf einen Nutzer zurückverfolgt werden können.

MetaGer legt Wert auf Privatsphäre

Datenschutz und Privatsphäre gehören für uns zu den wichtigsten Gütern im Internet. Sie sind absolut schützenswert und dürfen keinesfalls kommerziell genutzt werden. So sehen es die Betreiber von MetaGer, die von dem Verein SUMA-EV aus Hannover betrieben wird.

Deshalb macht MetaGer verschiedene Anstrengungen, um eine Rückverfolgung zu vermeiden. Im Bereich Datenschutz von MetaGer werden dazu folgende Punkte aufgelistet:

“Wir speichern weder Ihre IP-Adresse, noch den “Fingerabdruck” Ihres Browsers (Ausnahme: Kurzfristige Speicherung gegen Hacking- und Bot-Attacken).
Wir setzen keine Cookies oder benutzen Tracking-Pixel oder ähnliche Technologien, um unsere Nutzer zu “tracken” (tracken = Verfolgen der Bewegungen im Internet).
Die Datenübertragung von MetaGer erfolgt ausschließlich automatisch verschlüsselt über das https-Protokoll.

Wir bieten einen Zugang über das anonyme TOR-Netzwerk, den MetaGer-TOR-hidden Service.

Da der Zugang über das TOR-Netzwerk vielen Nutzern kompliziert erscheint, manchmal auch langsam ist, haben wir einen weiteren Weg implementiert, die
Ergebnis-Webseiten ebenfalls anonym erreichen zu können: durch Anklicken des Links “anonym öffnen”. Dadurch sind Ihre persönlichen Daten beim Klick auf MetaGer-Ergebnisse und sogar bei allen Folge-Klicks danach geschützt.

Wir machen möglichst wenig Werbung, kennzeichnen diese klar und eindeutig, und vertrauen für unsere Finanzierung auf unsere Nutzer, Ihre Spenden und Mitgliedsbeträge zum SUMA-EV.

MetaGer wird von der deutschen gemeinnützigen Organisation SUMA-EV in Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover betrieben und weiterentwickelt.

Unsere Server stehen ausschließlich in Deutschland. Sie unterliegen damit vollständig deutschem Datenschutzrecht, welches als das härteste der Welt gilt.”

Quellcode ist frei zugänglich

Weil MetaGer weiß, dass man viel behaupten kann, aber es nicht unbedingt einhalten muss, haben die Betreiber den Quellcode vergangenes Jahr öffentlich gemacht und unter die GNU-AGPLv3-Lizenz gestellt. Damit will man einerseits Transparenz demonstrieren, andererseits aber auch engagierte Programmierer dazu bewegen, am Code mitzubauen.

Ergebnisse durchwachsen, vielfach von Yahoo

Suchmaschinen sollen Suchergebnisse liefern. Also probiert man sie am Besten einmal aus. Bei MetaGer sind die Ergebnisse eher durchwachsen, muss ich nach mehreren Tests feststellen. Als erstes fällt auf, dass die Ausschüttung der Ergebnisse sich überwiegend als Yahoo speist.

Als weitere Suchmaschinen tauchen dann noch das russische Yandex, die französische Exalead und eine Maschine namens Fastbot der Agentur Pagedesign aus Hamburg auf. Das würde ich mal als eher unbefriedigend bezeichnen angesichts der erdrückenden Angebote der großen bekannten Suchmaschinen. Außerdem sind die Ergebnisse oft sehr gut abgehangen, was vor allem bei aktuellen Themen nicth ausreicht.

Man kann also nur hoffen, dass MetaGer seine Suchmaschine noch weiter ausbaut und Suchanfragen der großen Anbieter ebenfalls berücksichtigt.

 

  • Pro: Freie Software, GPL
  • Contra: eingeschränkte Suchergebnisse, Yahoo-lastig

 

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