Ghostery wird als Browser-Erweiterung installiert. Es scant alle aufgerufenen Webseiten auf Tracker-Links und blockiert diese noch während des Ladens. Es verhindert, dass das Surfverhalten über mehrere Webseiten und Sitzungen hinweg nachverfolgt werden kann.

Eins gleich vorneweg: Ghostery wurde kürzlich (Februar 2017) von Cliqz aus München übernommen worden. Cliqz widerum gehört zu Hubert Burda Media und zum Teil auch Mozilla, steht auf der Webseite. Wie lange Ghostery ein unabhängiges Produkt bleiben wird, kann man nicht wissen. In der Übernahme-Mitteilung steht aber, dass es erst einmal so bleiben soll.

Tracker sind die Pickel des Internets. Sie haben keinerlei Nutzen für den Internetsurfer, aber zahlreiche Firmen, allen voran die großen Werbenetzwerke haben ein unstillbares Interesse zu wissen, wer wann wo und wie oft Webseiten besucht hat. Dieses Verhalten sammeln und analysieren sie, um die zusammengetragenen Daten – oder vielmehr das sich daraus abzuleitende Profil – für viel Geld an Werbetreibende zu verkaufen. Unser Verhalten und unsere Interessen, ganz gleich ob konventionell oder ausgefallen, ist also bares Geld wert.

Damit den Werbenetzwerken auch möglichst viele Informationen zufallen, verteilen Sie auf möglichst vielen Webseiten Links auf kleine Scripte oder Bildchen, die ein Surfer anschließend aufsammelt und so sein Verhalten mitteilt. Viele dieser Trackerspuren von einzelnen oder vielen Servern werden anschließend im Hintergrund zusammengeführt und verknüpft.

Wer also nicht möchte, dass sein Surfverhalten aufgezeichnet und getrackt wird, muss verhindern, dass er unterwegs im Internet diese Informationsbröckchen aufsammelt.

Da das sehr mühsam und fehleranfällig ist, helfen verschiedene kleine Werkzeuge dabei. Wie gut sie ihre Arbeit verrichten und ob sie dabei immer ganz uneigennützig arbeiten, wissen oft nur ihre Programmierer.

Ghostery sammelt und sperrt fleissig Tracker

Das gilt auch für Ghostery. Das Add-on für Mozilla Firefox und Google Chrome klemmt sich zwischen den Browser und das Internet und filtert alle ihm bekannten Codeschnipsel und Trackingbildchen aus dem Datenstrom heraus. Der Hersteller des Tools schreibt, dass er derzeit über 2.200 Tracker und 4.500 Scripte ausfiltert. Dazu gehören die Tracker von Google+ ebenso wie die beliebten Facebook-Likebuttons, die ja nichts weiter sind als Trackerscripten, die dazu dienen, ein und denselben Benutzer über seine gesammte Zeit im Internet zu verfolgen. Ebenso werden Links auf Betrugsseiten (Scimming) aussortiert.

Die Einstellungen dazu nimmt man seltsamerweise auf der Seite des Herstellers (https://extension.ghostery.com/settings) vor, obwohl sie für den lokalen Browser gelten sollen.

Die Einstellungen für Ghostery passieren auf den Servern der Hersteller

Leider schweigen sich die Macher von Ghostery darüber aus, was sie mit den Daten machen, die sie selber erheben. Man muss aber wohl annehmen, dass die Firma damit irgendwie Geld verdient. Aus diesem Grund empfehle ich das Tool auch nur mit Vorbehalt.

 

  • Pro: Schutz gegen sehr viele Tracker, hilft auch gegen Fishing und Scimming
  • Contra: Unklar, was mit den erhobenen Daten passiert, das Add-on vergibt eine eindeutige ID pro Browser, persönliche Einstellungen werden zentral beim Hersteller aufbewahrt

 

Link: