Foxyproxy erleichtert das Einrichten einer Proxyverbindung im Browser. Proxys dienen dazu, mit Hilfe eines zwischengeschalteten Rechners den Datenverkehr zwischen Clients und Servern umzuleiten.

Es gibt viele Gründe, einen Proxy zwischen den Browser und das Internet zu schalten. Ursprünglich erfunden, um gezielt den Datenverkehr zu steuern und zu filtern, kann man seine Aufgabe auch geschickt umdehen. Sei es, dass eine Firma den Datenverkehr über einen einheitlichen Gateway leiten will, häufig wiederkehrende Daten puffern oder bestimmte Teile automatisch ausfiltern möchte (Youtube, Facebook), man nicht selbst als Empfänger in Erscheinung treten, nicht lokalisiert oder die abgerufenen Daten nicht eindeutig für den Server zuortenbar sein sollen. In all diesen Fällen leistet ein Proxy guten Dienste.

Ein Proxy vermittelt zwischen den Zielrechnern im Internet und einer beliebigen Anzahl von Clientrechnern, ruft die Daten stellvertretend ab, puffert sie und reicht sie dann an den Client weiter. Er ist also eine Art Sammelstelle für den Datenaustausch, sei es nur für die Abrufe oder auch für den zurückgesandten Datenverkehr.

Proxys sind nicht unbedingt geheim

Das ist nicht zu verwechseln mit einem VPN, bei dem die Verbindung zwischen den Clients und einer Gegenstellen verschlüsselt werden. Der Proxy verschlüsselt nichts, ganz im Gegenteil. Der Betreiber des Proxys bekommt haarklein mit, wer wann was aus dem Internet abgerufen hat. Man muss dem Betreiber also schon sehr vertrauen. Die Verbindung kann, muss aber nicht verschlüsselt passieren.

Es heißt auch nicht, dass der Proxy automatisch die Herkunft des Aufrufs verschleiert oder immer unkenntlich macht. Das liegt allein in der Hand des Betreibers, ob er seinen Proxy entsprechend konfiguriert. Deshalb werden Proxys in “transparent”, anonym” und “elite” unterteilt.

Sicher? Nicht sicher!

Bei der Benutzung eines Proxyserver oder eines Webproxys muss man sich im Klaren sein, dass ein Dritter mit einbezogen wird. Da man nicht weiß, ob dieser mit den übertragenen Daten vertrauenswürdig umgeht, sollte man darauf achten, dass man wenn möglich eine verschlüsselte Verbindung benutzt (HTTPS). Außerdem sollte man keine vertrauenswürdigen Daten preisgeben. Onlinebanking, Einkäufe sollte man deshalb besser ohne Proxyserver durchführen.

Für manche Zwecke ist ein Proxy aber eine große Hilfe. Dann ist es praktisch, wenn sich der Browser einfach so konfigurieren lässt, dass er den oder die Proxy und nicht die Zieladresse direkt aufruft. Der Browser adressiert seinen Aufruf dann automatisch in etwa so: Zieladresse-via-Proxyadresse.

Einstellungen sind gut versteckt

Im Mozilla Firefox wird diese Einstellung gut versteckt in den “Verbindungs-Einstellungen” unter “Erweitert”, “Netzwerk”, bei “Verbindung” vorgenommen. [Bild] Warum so versteckt? Nun, die Entwickler werden sich gedacht haben, dass man diese Funktion normalerweise bestenfalls einmal vornehmen und dann dauerhaft so verwenden wird.

Wer diese Funktion aber selektiv für sich nutzen will, möchte sie einfacher erreichen. An dieser Stelle kommen Proxyswitcher ins Spiel. Sie sind Add-ons im Browser und schalten im einfachsten Fall per Klickbutton zwischen der Einstellung ohne Proxy und mit Proxy um.

Viele dieser Proxyswitcher sind aber um einiges mächtiger. Sie bieten die Möglichkeit, verschiedene Profile mit Proxylisten für verschiedenen Zwecke anzulegen oder sogar Profile, die nur bei bestimmten Webseiten aktiv werden.

Ohne Server kein Proxy

Jeder Proxyswitcher lebt davon, dass aktive Server hinterlegt sind. Ohne sie kann man den Dienst nicht ernsthaft nutzen, es sei denn, man hat selber Zugang zu einem oder mehreren Servern.

Foxyproxy bietet mehrere Proxy-Profile, je nach Einsatz

Denn vor allem öffentlich erreichbare Proxyserver sind sehr unzuverlässig erreichbar. Das Geschäftsmodell der Anbieter eines Proxyswitchers besteht deshalb vielfach darin, eigene Proxyserver in verschiedenen Teilen der Welt zu betreiben oder zumindest in kurzen Abständen aktuelle Liste mit öffentlich zugänglichen Servern zu erstellen. Dafür wird dann eine Gebühr fällig.

Aktuelle Listen mit Proxyservern sind also ein Muss. Andernfalls kann es leicht passieren, dass der Aufruf eines Webdienstes mittendrin abbricht. Das macht auf Dauer keinen Spaß. Dennoch kann man auch interessante Ergebnisse erziehlen, wenn man einen Proxy im eigenen Netzwerk einrichtet, zum Beispiel, um zu sehen, welche Daten ein Rechner während einer Aktion so aus dem Internet zieht.

Die Qual der Wahl

Wahlweise lassen sich manuell oder Proxylisten verlinken

Proxyswitcher gibt es wie Sand am Meer. Firefox listet in seinen Add-ons 250 Einträge zum Thema “Proxy”. Darunter befinden sich allerlei kuriose und dubiose Angebote, aber auch echte Perlen. Beispielgebend will ich hier “Foxyproxy” vorstellen, denn dieses Add-on strotzt nur so vor Funktionen.

Foxyproxy – einer für alle Fälle

An Einstellungen mangelt es nicht

Foxyproxy erschlägt einen fast mit Optionen. Es bietet nicht nur die Möglichkeit, über einen Button in der Adressleiste einen Proxy zu- oder abzuschalten, sondern erlaubt mehrere Profile, je nach Anwendungszweck. Die Profile können wiederum mit Regeln so eingestellt werden, dass ein Proxy oder eine Proxyliste nur anspringt, wenn eine bestimmte Seite aufgerufen wird. Man kann alles bis zur einzelnen Domain genau festlegen. Ob das immer so sinnvoll ist, hängt wohl vom EInzelfall ab. Immerhin steht die Möglichkeit zur Verfügung.

Auch Foxyproxy verdient sein Geld damit, dass man gegen Geld auf einen Proxypool des Anbieters zugreifen kann. Es funktioniert aber auch ohne diese Zutat. Dann muss man aber erst einmal einen entsprechenden Pool zur Verfügung haben, um die ganze Leistungsfähigkeit der App zu entfalten. Hat man ihn nicht, tut es ein einfacheres Produkt wohl ebenso.

 

  • Pro: Deckt alle Möglichkeiten durch umfassende Regeln ab, kann Profile verwalten
  • Contra: Zu mächtig, wennn man nur einfachen Proxyzugriff haben will, bietet eigene Proxyserver nur gegen Geld

 

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