Firefox Multi-Account Containers ist eine experimentelle Browser-Funktion, mit der verschiedene Surfbereiche wie Arbeit, Einkauf oder Bankgeschäfte getrennt werden können, ohne zwischendrin den Verlauf löschen, sich an- und abmelden oder mehrere Browser verwenden zu müssen, verspricht Mozilla. Ob das wohl sauber klappt?

Mozilla Firefox trennt verschiedene Taps oder Fenster nicht sauber im Speicher. Viele Speicherbereiche, Funktionen und vor allem Ressourcen werden parallel oder sogar gemeinsam genutzt. Das sieht man zum Beispiel an der Möglichkeit, Drittanbieter-Cookies und andere Merkmale über mehrere Webseiten hinweg auslesen zu können.

Für manche Bereiche mag das sinnvoll sein. Ich vermute eher, dass es eine Altlast aus den ersten Tagen des Internets war. Insgesamt sind gemeinsam genutzte Speicherbereiche meist ein Einfallstor für Malware und Tracking.

Ab in den Container

Deshalb ist es eine gute Idee, Internetaktivitäten zumindest in Gruppen zu unterteilen, die man – wie im wirklichen Leben – gegeneinander abtrennen und damit vor Übergriffen schützen kann. Das machen Container.

Im Idealfall wissen die einzelnen Container überhaupt nichts voneinander, wie zum Beispiel in Form von virtuellen Maschinen. Der Leistungs-Overhead und der zusätzliche Aufwand ist aber nicht von jedem gewünscht und wird meist schnell wieder eingestellt.

Ein weiterer Versuch kommt jetzt von Firefox. Da der Browser seit Version 57 über verteilte Instanzen verfügt, könnte das ein Weg sein, die Internetaktivitäten zumindest in der aktuellen Sitzung trennen zu können.

Container-Tabs für mehr Ordnung

Container-Tabs sind wie normale Tabs. Mozilla schreibt, der einzige Unterschied sei, dass die besuchten Websites nur Zugriff auf ein separates Segment des Browserspeichers hätten. Das bedeutet, dass Ihre Websiteeinstellungen, protokollierten Sitzungen und Werbeverfolgungsdaten nicht in die anderen Container übertragen werden. Ebenso wirke sich das Durchsuchen des neuen Containers nicht auf die eingeloggten Sitzungen oder die Trackingdaten der anderen Container aus.

Was kann man mit Containern machen

Der Vorteil von getrennten Webseitenbereichen in Containern ist enorm:

  • Man kann sich gleichzeitig mit mehreren Konten auf einer einzelnen Website anmelden, etwa mit mehreren E-Mail-Accounts bei einem Provider. Wenn man beispielsweise ein persönliches E-Mail-Konto und ein geschäftliches E-Mail-Konto beim gleichen Anbieter hat, kann man sich in beiden Konten in separaten Containern anmelden.
  • Der Container schützt vor Verfolgung, ohne sich beim Browsen von Websites abmelden zu müssen, während man surft. Websites in einem Container können die Aktivität in anderen Containern nicht verfolgen.
  • Schutz vor Web-Sicherheitsangriffen. Alle schädlichen Klicks werden im Container dieser Website gespeichert, sodass Angreifer an keine Informationen in anderen Containern gelangen können.

Hinzufügen, Entfernen oder Bearbeiten von Containern

Ein kleiner Button in der Menüzeile gibt den einzigen Zugriff auf die Container-Funktion. Mit ihm kann man Container aufrufen, neue anlegen oder bestehende löschen. ES macht Sinn, sich am Anfang verschiedene Bereiche zu überlegen und sich dann verschiedene Container anzulegen, zum Beispiel Google-Suche, Facebook/Instagram und Shoppen. Besonders sensible Bereiche wie Banking oder Privat sollte man aber auch weiterhin in eigene Sitzungen oder gar virtuelle Maschinen auslagern.

Über den Button können neue Container-Tabs geöffnet werden und jeder trennt seinen eigenen Browserspeicher (wie Cookies oder lokalem Speicher) von anderen Containern.

Links in Containern öffnen

Man kann auch über die rechte Maustaste Links in einem neuen oder anderen Container öffnen. Klickt man mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Link, kann man den gewünschten Container auswählen. Hält man die Strg/Cmd Taste, während man auf einen Link klickt, wird er in einem neuen Tab geöffnet. Der neue Tab wird im selben Container wie der vorherige Tab geöffnet.

 

  • Pro: Getrennte Container in getrennten Speicherbereichen, Tracking behindert
  • Contra: keine getrennten Datenschutz-Einstellungen, funktioniert bei Multitrackern wie Google nur begrenzt bis gar nicht

 

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