Computer und Handy sind selbstverständliche Begleiter unseres Alltags geworden. Kaum ein Mensch, der nicht so ein Gerät stets griffbereit neben sich liegen hat. Umso ärgerlicher ist es, wenn diese Geräte scheinbar mehr den Herstellern oder anderen Firmen gehorchen als ihren Besitzern. Diese Firmen wollen dann mit den privaten Daten vor allem mehr über uns wissen und gute Gewinne machen. Noch schlimmer ist es, wenn staatliche Stellen (verschiedener Staaten) nach diesen Daten gieren, um einen paranoiden Allmachtsanspruch zu befriedigen.

Datenschutz hat für viele Menschen mittlerweile einen größeren Stellenwert erlangt als noch vor ein paar Jahren. Sie wollen ihre Privatsphäre geschützt sehen, wenn sie Online-Dienstleistungen von Firmen in Anspruch nehmen. Erstaunlicherweise gehört es trotzdem für viele Firmen – und vor allem für die ganz großen – zum Geschäftsmodell, die Privatsphäre ihrer Kunden zu missbrauchen und zu vermarkten.

Es geht aber auch anders! Die meisten Dienste, die wir in unserem Alltag benötigt, lassen sich so sicher gestalten, dass unsere privaten Daten nur mit grösseren Aufwand entwendet werden können, vorausgesetzt, wir gehen sorgsam mit unseren Daten und den betreffenden Anwendungen um. Das verlangt Kenntnis der grundlegenden Techniken und bedachten Einsatz der verschiedenen Programme. Und manchmal bedeutet das auch, auf eine bequeme Gewohnheit oder einen unterhaltsamen Kick verzichten zu müssen.

Ich habe hier eine Vielzahl von Anwendungen und Diensten zusammengestellt, von denen ich der Ansicht bin, dass sie die persönlichen Daten ihrem Zweck gemäß schützen. Die meisten dieser Programme sind Freie Software oder Open Source (Der Quellcode ist offengelegt und damit kontrollierbar). Auch wenn der Quelltext nicht immer sofort gegengecheckt wird, zeigt diese Geste, dass der Entwickler “mit offenen Karten spielt” und es steigt  die Hemmschwelle, Missbrauch zu treiben. Wenn ich den Eindruck hatte oder Kenntnis erlangt habe, dass eine Software Mängel in Hinsicht auf den Umgang mit den persönlichen Daten hat, so habe ich diese benannt.

Die Auswahl ist rein persönlicher Natur und den Einsatzbedürfnissen geschuldet. Deshalb werden bestimmt immer wieder Anwendungen fehlen. Ich freue mich darüber, wenn mir Leser einen Hinweis geben auf Software, die unbedingt in die Sammlung aufgenommen werden sollten und über fruchtbare Diskussionen darüber. Leider kann ich keine Programme für Apple-Hardware aufnehmen, da ich diese Geräte nicht produktiv einsetze.

Eine Diskussion kommt natürlich immer auf, wenn es um Securitythemen geht: Wie sicher ist sicher? Darf man überhaupt eine Software oder ein Verfahren empfehlen, wenn man sich nicht absolut sicher sein kann, dass sie absolut sicher ist? Ich finde, die Diskussion hat etwas Oberlehrerhaftes. Absolute Sicherheit gibt es bekanntlich nicht und wird es nie geben. Ich vertrete den Standpunkt, dass ich mit einer möglichst großen Wahrscheinlichkeit von der Sicherheit eines Verfahrens überzeugt sein sollte. Diese Wahrscheinlichkeit speist sich aus möglichst vielen Informationen und möglichst vielen Quellen. Der Rest ist eine ausgeprägte Skepsis. Da es absolute Sicherheit aber nicht gibt, sollte man sich trotzdem so gut es geht schützen. Alles andere wäre Kapitulation.

Viel Spaß beim Lesen.